FASD entsteht durch den mütterlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft: Trinkt eine werdende Mutter während ihrer Schwangerschaft Alkohol, so kann dieser ungefiltert die sogenannte Plazentaschranke passieren, und vom mütterlichen Blutkreislauf in denjenigen des ungeborenen Kindes gelangen. Das Kind “trinkt” mit, und ist ebenso alkoholisiert wie die Mutter. Aufgrund seiner noch unreifen Leber, kann das Ungeborene den Alkohol jedoch nicht abbauen, und dieser entfaltet seine teratogene (dauerhaft schädigende) Auswirkung auf das in der Gebärmutter heranwachsende Kind . Die auftretenden Schäden können nicht nur körperlicher Natur sein (z.B. Herz- oder Nierenfehler, Wachstumsauffälligkeiten), sondern vor allem auch jene Bereiche des Gehirns betreffen, die sich im Moment des Alkoholkonsums gerade entwickeln.

Der Alkoholkonsum des Kindsvaters führt aus heutigem Erkenntnisstand nicht zur Ausbildung einer FASD, kann jedoch die Spermienqualität beeinflussen. Zu den genauen Auswirkungen des väterlichen Alkoholkonsums wird immer wieder geforscht. 

In welchem Schwangerschaftsstadium können Schäden entstehen?

In der Frühschwangerschaft (von der Befruchtung bis zur Einnistung in den Uterus) gilt das „Alles oder Nichts“ Prinzip: Bei einem fehlerhaften Ablauf der Zellteilung oder des Zellwachstums kann sich der Embryo nicht weiterentwickeln, und es kommt zu einem Abort.

Ab dem Zeitpunkt der Einnistung der Eizelle in den Uterus können während der gesamten Schwangerschaft Schädigungen eintreten. Schäden können also bereits vorhanden sein, noch bevor die werdende Mutter ihre Schwangerschaft entdeckt hat. 

Während sich die einzelnen Organe in bestimmten Zeitfenstern der Schwangerschaft ausbilden, entwickelt sich das Zentrale Nervensystem hingegen die gesamte Schwangerschaft über, und ist daher am stärksten gefährdet. Deshalb spricht man im Falle von FASD auch von einer hirnorganischen Schädigung. 

Nachstehende Tabelle verdeutlicht die embryonalen Entwicklungsphasen: 

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