FASD ist nicht heilbar, d.h. die zugrunde liegenden hirnorganischen Beeinträchtigungen sind nicht rückgängig zu machen.

Verständnis, eine einfühlsame Haltung dem Betroffenen gegenüber, sowie individuell angepasste Förderungen und Therapien helfen jedoch, das einzigartige Potential und die zweifelsfrei vorhanden Stärken jedes Betroffenen auszuschöpfen!

Wichtig hierbei: Weniger ist Mehr. D.h. so viele Therapien wie nötig, aber so wenige wie möglich! Denn Überforderung ist kontraproduktiv!

Nicht jede Therapie ist für jeden Betroffenen gleichermaßen geeignet.

Neben Krankengymnastik, Frühförderung, und Logopädie können u.a. folgende Therapien für Betroffene geeignet sein:

  • Sensorische Integrationstherapie (SI) – Kinder mit FASD sind oft reizüberflutet, können Sinneswahrnehmungen nicht filtern. Diese Therapie kann helfen, Reize besser zu verarbeiten, und zielgerichtet darauf zu reagieren. SI-Elemente lassen sich gut in den häuslichen Alltag integrieren.
  • Ergotherapie – unterstützt das Erlernen von Alltagsverrichtungen wie Essen, Anziehen, Handlungsplanung. Fördert die Konzentration und Motorik.
  • INPP – Neuromotorische Entwicklungsförderung, und Ermöglichen von Nachreifungsschritten.
  • Reit-/Hippotherapie, Heilpädagogisches Voltigieren – kann zur Stabilisierung der Muskulatur beitragen, und die Muskelspannung positiv beeinflussen, das Balancegefühl wird verbessert. Die Beschäftigung mit dem unvoreingenommenen Pferd fördert das Urvertrauen, und bewirkt oft mehr Ruhe und Konzentration.
  • Verhaltenstherapie – Arbeit an selbstregulativen Fähigkeiten und am eigenen Selbstwert.
  • Medikamentöse Therapie – Medikamente wie z.B. Methylphenidate können bei guter Dosierung helfen, dass sich die Kinder besser konzentrieren und spüren, und Handlungsabfolgen besser umsetzen können. So kann der Umgang mit ihnen insgesamt weniger stressbehaftet sein. Melatonin ist beispielsweise bei Schlafstörungen hilfreich. Bitte lassen Sie sich hierzu immer von einem Kinderpsychiater Ihres Vertrauens beraten!
  • Ernährung – manche betroffene Familien haben gute Erfahrungen mit dem Verzicht auf Zucker, Zusatzstoffe, und mit gluten- oder kaseinfreier Ernährung gemacht.
  • Sport, Bewegung und Musik.

Nicht minder bedeutsam ist es allerdings, das Umfeld und nahestehende Bezugspersonen und Eltern in den therapeutischen Prozess einzubeziehen. Denn eine Haltungsänderung dem Betroffenen gegenüber ist unumgänglich, um Druck und Stress im Alltagsgeschehen herauszunehmen. Hilfreiche Angebote für Eltern und Bezugspersonen können u.a. sein:

  • Psychologische oder pädagogische Entlastungsgespräche, Supervisionsrunden
  • Aufarbeiten der eigenen Lebensgeschichte und Trigger im Alltag
  • Wahrnehmen von Bewegungs- oder Entspannungsangeboten
  • Aufbau eines gut geschulten Netzwerks, um sich persönliche Freiräume zu schaffen, und wieder neue Energien tanken zu können.

An dieser Stelle möchten wir konkrete Unterstützungs- und Therapieangebote externer Fachkräfte nennen, die sich beruflich mit FASD beschäftigen, bzw. bereits FASD Betroffene betreut haben. Wenn Sie als Fachkraft Interesse an einer namentlichen Nennung haben, sprechen Sie uns bitte an. Wir sind laufend um Ergänzungen bemüht. 

  • Katarzyna Nahrebecka, DGKS, SI-Förderin
    Sensorische Integration, Neuromotorische Entwicklungsförderung (INPP) für Kinder und deren Bezugspersonen.
  • Mag. Stephanie Pfeifer, Klinische und Gesundheitspsychologin
    Schwerpunkte: FASD und Frühtraumatisierung; Beratung (auch online per Videogespräch) von Eltern und Bezugspersonen, Entlastungsgespräche, Anwendung des Neurobehavioralen Modells nach D. Malbin zur Haltungsänderung im Alltag, TBRI® (Trust Based Relational Intervention – eine bindungsbasierte therapeutische Intervention für Familien, zur Unterstützung von Risikokindern), Arbeit an der eigenen Lebensgeschichte, Workshops.
  • Dr. Erwin Kitzmüller, Kinderherzpraxis Alserplatz, Kardiologische Abklärungen.
Top