Unsere erste Lehrveranstaltung an einer Hochschule zum Thema FASD
Wir, zwei Sozialarbeiter:innen namens Jules S. und Timo F., haben im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit im Wintersemester 2025/26 an der Hochschule Campus Wien eine Lehrveranstaltung gehalten. Soweit wir wissen, war es eine der ersten – wenn nicht sogar die erste – Lehrveranstaltungen zum Thema FASD auf Hochschulniveau für angehende Sozialarbeiter:innen und -pädagog:innen in Österreich.

Unser primäres Anliegen war, zu sensibilisieren und anzuregen, die Wissens- sowie Versorgungslücken in Österreich rund um pränatale Alkoholexposition (PAE) und für Personen mit einer FASD als auch für ihr Umfeld zu schließen. Zusätzlich vermittelten wir den Student:innen ein biopsychosoziales und diskriminierungskritisches Neurodivergenz- und Behinderungsverständnis von FASD. Im Zentrum stand FASD als Whole-Body-Diagnose, eine Diagnose, die gesellschaftlich noch weitgehend unsichtbar und stark stigmatisiert wird. Besonders wichtig war uns der Einbezug verschiedener Wissensarchive: Wir luden Erfahrungsexpert:innen, ihr soziales Umfeld und Professionist:innen ein. Die Student:innen erlebten unmittelbar, warum Partizipation mehr ist als Teilhabe – nämlich Teilsein statt bloß Dabeisein.
Wir trafen auf motivierte Student:innen, die nun wissen: „Kennst du eine Person mit FASD, kennst du genau eine“ und Unterstützung muss maßgeschneidert sein. Wir betonten – dem internationalen Diskurs folgend – eine diskriminierungskritische Sprache zu FASD und alkoholexponierten Schwangerschaften und hoffen, mit den Student:innen Multiplikator:innen gefunden zu haben, die nun ihren Beitrag zur Aufklärung und bedürfnisgerechten Versorgung leisten.
Nächstes Semester geht es mit einer neuen Gruppe weiter!

